Bundesgartenschau 2015

Die Bundesgartenschau 2015 (BUGA 2015) wird zwischen dem 18. April und dem 11. Oktober 2015 in den Orten Brandenburg an der Havel, Rathenow, Premnitz, Stölln und Havelberg gemeinsam als Havelregion ausgerichtet. Damit findet eine Bundesgartenschau erstmals in mehreren Bundesländern gleichzeitig statt, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt auf einer Gesamtfläche von 54,7 Hektar. Die Gartenschau ist dezentral angelegt. Die Orte Brandenburg an der Havel im Süden und Havelberg im Norden liegen etwa 55 Kilometer Luftlinie oder 75 Kilometer Wegstrecke voneinander entfernt.

Planungen und Vergabe

2001 erhielt Karlsruhe, das 2015 sein 300-jähriges Bestehen feiert, den Zuschlag für die Bundesgartenschau 2015, gab sie jedoch am 18. März 2003 wegen finanzieller und zeitlicher Probleme zurück. Auch das am 9. April 2003 mit der Ausrichtung betraute Osnabrück, wo die Gartenschau auf dem Piesberg stattfinden sollte, entschied sich im November 2006 aus gleichen Gründen für einen Verzicht. In einem erneuten Bewerbungsverfahren kandidierten 2007 nun Bochum, die Havelregion sowie Karlsruhe mit einem neuen Konzept. Kurz vor der endgültigen Entscheidung zog Bochum im August 2007 seine Bewerbung zurück.

Am 15. November 2007 erteilte die Gesellschafterversammlung der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft der Havelregion mit den Städten Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow und Havelberg sowie dem Dorf Stölln in der Gemeinde Gollenberg im Amt Rhinow den endgültigen Zuschlag. Zur Vorbereitung und Durchführung der Bundesgartenschau 2015 gründeten die fünf teilnehmenden Städte gemeinsam mit der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH im August 2009 einen Zweckverband. Ungefähr 40 Millionen Euro sollen für nachhaltige gärtnerische Investitionen ausgegeben werden. Der Durchführungshaushalt umfasst etwa 35,2 Millionen Euro, wovon ca. 8 Millionen für die gärtnerisch-technische Durchführung eingesetzt werden sollen.

Austragungstätten

Erstmals in der Geschichte der Bundesgartenschauen findet diese dezentral und länderübergreifend in vier Ortschaften in Brandenburg und einer Ortschaft in Sachsen-Anhalt statt. Mit der Renaturierung der Unteren Havel als zu dieser Zeit größtem Flussrenaturierungsprojekt in Europa, das vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) koordiniert wird, wurde zum ersten Mal ein Fluss Kulisse einer Bundesgartenschau.

Die BUGA 2015 erstreckt sich über insgesamt acht Parks und zwei Hallenschauen in den fünf Austragungsorten mit einer Gesamtfläche von 54,7 Hektar.

Brandenburg an der Havel

In Brandenburg an der Havel findet die Bundesgartenschau auf einer Gesamtfläche von 16,5 Hektar in zwei Parks und einer Kirchenhalle statt. Der Park auf dem Marienberg hat eine Ausstellungsfläche von 12,1 Hektar. Auf ihm sollen verschiedene Gestaltungen mit Rosengewächsen, moderne und historische Staudensorten, ein wieder errichteter Weinberg gezeigt werden. Zentraler Aussichtspunkt im Park ist die Friedenswarte. Die vorbestehende Freilichtbühne wurde saniert und soll bespielt werden.

Am Packhof, auf einem ehemaligen Werftgelände, wurde ein 4,4 Hektar großer Park neu angelegt. Dieser befindet sich unmittelbar an der Havel. Auf dieser Gartenfläche sollen 33 sogenannte Themengärten gezeigt werden. Fünf stilisierte (Pflanz-)Schiffe sind als Reminiszenz an die historische Schiffswerft Gebr. Wiemann angelegt. Sie sind nach historischen Schiffen der Werft benannt. Zwei dieser Schiff, die Nordstern und die Luise, liegen darüber hinaus als begehbare Ausstellungsobjekte im Hafen am Packhof. Der Eingang zum Park am Packhof wurde in die sanierte und denkmalgeschützte Werfthalle gelegt. In der ehemaligen Kirche St. Johannis am dem Packhof gegenüberliegenden Havelufer sind 16 wechselnde Blumenhallenschauen auf insgesamt 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche geplant.

Premnitz

In der Kleinstadt Premnitz wurden zwei Flächen mit zusammengefasst 3,3 Hektar geschaffen. Der sogenannte Grünzug erstreckt sich über 1,3 Hektar vom Stadtzentrum zum Havelufer. Angelegt wurden zentrumsnah die Tagesgärten. An dieses schließen sich die Grüne Küche, wo beispielsweise auf der Bundesgartenschau gezogene Pflanzen verkocht werden, und ein Informationszentrum zu nachwachsenden Rohstoffen an. Der Bereich Bunte Mitte besteht aus wechselnd bepflanzten Blumenbeeten. Die zweite Fläche in Premnitz ist die 2 Hektar große Uferpromenade. Dort findet ein Markt für Gärtnereibedarf statt. Weiterhin wurden ein Rundgang im sogenannten Auwald und Spielflächen angelegt.

Rathenow

In Rathenow sind ebenfalls zwei Parks mit zusammen 24,2 Hektar Teilflächen der Gartenschau. Der Optikpark hat eine Fläche von 11,4 Hektar. Er war bereits Parkfläche der brandenburgischen Landesgartenschau 2006. Der Optikpark liegt auf der Schwedendamminsel in der Havel. Die Seerosenarena wurde auf etwa 2.500 Quadratmeter im zentralen Karpfenteich angelegt. Auf der Bühne Optikpark soll Unterhaltungsprogramm stattfinden. Vom Optikpark zur zweiten Rathenower Gartenschaufläche Weinberg (12,8 Hektar) wurde über die Havel die 348 Meter lange Fußgängerbrücke Weinbergbrücke gebaut. Im Weinberg wurden Schaubereiche wie Rhododendronhain, Dahlienarena, Fels- und Steppengarten angelegt. Im i-PUNKT grün werden vom brandenburgischen Gartenbau Jungpflanzen, Balkon- und Kletterpflanzen präsentiert und Fachvorträge gehalten. Der 1914 eingeweihte Bismarckturm ist Aussichtsturm auf dem Weinberg.

Amt Rhinow/Stölln

Der Fliegerpark im Dorf Stölln hat eine Fläche von 5,3 Hektar. Dort wurden eine Kakteenausstellung, Streuobstwiese und Staudenpflanzungen angelegt. Eine Iljuschin Il-62 der DDR-Fluglinie Interflug befindet sich im Eingangsbereich. Das Lilienthal-Centrum Stölln zeigt eine Dauerausstellung zu Otto Lilienthal. Fliegerpark und Lilienthal-Centrum sind über den Flieger- und Landschaftsparkpfad verbunden.

Havelberg

Nördlichste Ausrichterstadt der Bundesgartenschau ist Havelberg in Sachsen-Anhalt. Die Gartenschaufläche von 3,9 Hektar wurde in und um den Dom St. Marien am östlichen Havelufer angelegt. Themen sind beispielsweise Grabgestaltung und Denkmal. Im Zentrum der Stadt inmitten der Havel befindet sich die Kirche St. Laurentius, in der wie in St. Johannis in Brandenburg 16 wechselnde Blumenschauen geplant sind. Das Haus der Flüsse befindet sich unweit der Stadt im Biosphärenreservat Mittlere Elbe.

Besonderheiten

Es gibt Blumenhallenschauen in zwei Kirchen beziehungsweise ehemaligen Kirchen, der St.-Johannis-Kirche in Brandenburg an der Havel und St.-Laurentius-Kirche in Havelberg.

In Brandenburg an der Havel werden statt Bussen die vier Fährschiffe Frieda, Pusteblume, Fleißiges Lieschen und Klatschmohn der Nordstern Reederei zum Shuttletransport auf der Havel eingesetzt. Sie verkehren im Abstand von wenigen Minuten vom zentralen Parkplatz am Wiesenweg westlich der Neustadt zunächst flussaufwärts zum Gartenschaugelände Packhofufer. Dort machen die Fähren kehrt und fahren wieder flussabwärts zum Salzhofufer an der St.-Johannis-Kirche und anschließend zurück zum Wiesenweg. Die Gesamtkurs hat mit seinen drei Stationen eine Gesamtlänge von etwa zweimal einem Kilometer.

Das Flusskreuzfahrtschiff Königstein wird für Kreuzfahrten auf der Havel zwischen Brandenburg im Süden und Havelberg im Norden eingesetzt.

Ein BUGA-Skyliner genannter mobiler Aussichtsturm wird abwechselnd in den Städten Brandenburg an der Havel, Rathenow und Havelberg aufgestellt. Dieser hat eine Gesamthöhe von 81 Metern. Die Aussichtsplattform befindet sich auf 72 Metern. Die Kapazität beträgt 60 Personen beziehungsweise 4,5 Tonnen.

Symbole

Das Logo der Bundesgartenschau 2015 soll die visuelle Umsetzung des Mottos „Von Dom zu Dom – das blaue Band der Havel” darstellen. Auf einem weißen Hintergrund bildet das blaue Band des Flusses die Basis für die Gestaltung. Die Havel verläuft als prägendes Landschaftsmerkmal und verbindendes Element zwischen den fünf Orten. Mit dem blauen Band wurde eine stilisierte Blüte mit fünf Blütenblättern geformt, die jeweils für einen der Orte stehen. Das Maskottchen der Gartenschau ist ein Wels mit dem Namen Wilma Wels.

Zwischenfälle

Am 13. Juni 2015 kam es um die Gartenschaustätten zu einem Gewittersturm. Bei diesem ereignete sich auf dem Rathenower Gartenschaugelände Weinberg ein tödlicher Unfall, als ein 49-jähriger Besucher von einem herabstürzenden Ast erschlagen wurde. Wegen des Zwischenfalls und der durch das Unwetter entstandenen Schäden wurde der Standort Rathenow für mehrere Tage geschlossen.

Quelle: wikipedia

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